Das Methabolische Syndrom - die gesundheitliche "Zeitbombe" unseres Jahrhunderts
Die Lebenssituation unserer Gesellschaft hat sich in den westlichen Industrienationen derart geändert, dass vor allem Wohlstand den Alltag bestimmen. Das Leben im Überfluss bringt mit sich, dass immer mehr Menschen die Fähigkeit verlieren, ihre Nahrungsaufnahme zu bremsen. Hinzu kommt, dass sie sich immer weniger bewegen. Über kurz oder lang wird es zunehmend Menschen geben, die an einem so genannten metabolischen Syndrom erkranken. Das metabolische Syndrom bezeichnet nach Grundy das gemeinsame Vorliegen der folgenden Kriterien.
- Adipositas – Übergewicht mit erhöhtem Taillenumfang (? 94 cm beim Mann; ? 80 cm bei der Frau)
- Hypertonie – Bluthochdruck mit Werten > 130/85 mmHg
- Hypertriglyzeridämie (VLDL-Triglyceride) – erhöhte Blutfettwerte (? 150 mg/dl)
- Niedriges HDL-Cholesterin – so genanntes "gutes Cholesterin" (< 40 mg/dl beim Mann; < 50 mg/dl bei der Frau)
- Erhöhte Nüchternblutzuckerwerte – ? 100 mg/dl oder ? 5,6 mmol/L
Treffen drei dieser fünf Kriterien zu, so liegt ein metabolisches Syndrom vor.
Neben den oben genannten Kriterien treten meist auch noch folgende Veränderungen auf:
- Hyperurikämie – erhöhte Harnsäurewerte im Blut
- Leichte Entzündungszeichen im Blut (wie beispielsweise leicht erhöhtes CRP – C-reaktives Protein)
- Hyperkoagulopathie – erhöhte Gerinnbarkeit des Blutes
- Endotheliale Dysfunktion – Veränderungen der Innenwände der Gefäße, die dazu führen kann, dass sich Atherosklerose (Arterienverkalkung) bildet.
Betroffene haben ein dreifach erhöhtes Risiko, kardiovaskuläre Komplikationen wie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu entwickeln. Die Gesamtprävalenz beträgt bei Frauen circa 19 %, bei Männern circa 25 %.
Die Krankheitshäufigkeit steigt mit dem Alter; heute tritt das metabolische Syndrom vor allem durch Adipositas bei Kindern und Jugendlichen immer früher auf. Im Alter zwischen 20 und 29 Jahren leiden ungefähr fünf Prozent an einem metabolischen Syndrom. Im Alter zwischen 50 und 59 Jahren sind bereits etwa 35 Prozent der deutschen Bevölkerung betroffen.
