Im Verlauf eines Tages fühlen wir uns oft zu träge, um uns sportlich zu betätigen, obwohl wir es uns doch morgens eigentlich vorgenommen hatten. Wir finden immer genügend Ausreden, um nach Feierabend doch gemütlich auf dem Sofa sitzen zu bleiben, statt uns körperlich zu bewegen. Geht es Ihnen auch so? Dann sind Sie der beste Kandidat für den Frühsport.
Legen Sie sich schon abends die Sportkleidung vor das Bett, so dass Sie morgens direkt darüber stolpern und ohne lange Überlegungen den Tag in diesem Outfit starten. Wenn Sie dann Ihren Laufpfad beginnen, spüren Sie schnell, wie angenehm es sich anfühlt, den inneren Schweinehund überlistet zu haben und den Körper aktiv in der Morgenluft zu bewegen.
Ein weiteres Plus bringt der Frühsport automatisch mit sich: In den meisten Fällen wird Ihnen keine Zeit bleiben, vor dem Sport ausgiebig zu frühstücken. Sport mit nüchternem Magen lässt überschüssige Pfunde purzeln. Denn die Glykogenspeicher haben sich während der Nacht stark entleert, da keine neue Nahrung aufgenommen wurde. Benötigt der Körper aufgrund der morgendlichen sportlichen Aktivität nun neue Energien, so zerrt er diese zunächst aus den verbliebenen Glykogenspeichern. Da diese jedoch schnell aufgebraucht sein werden, greift der Stoffwechsel auf Ihre Fettreserven zurück. Der positive Nutzen für Ihren Körper besteht darin, dass er zukünftig immer schneller auf Fettreserven ausweicht, sobald Energiebedarf besteht. Zudem lernt er, die verfügbaren körpereigenen Brennstoffe effektiver zu nutzen und somit die Grundlagenausdauer zu fördern.
Sportexperten aber empfehlen für ein optimales Training am Morgen, vor dem Start geringe Mengen an Glykogen aufzunehmen, um den Körper im schlimmsten Fall nicht zu überfordern. Ein Glas Apfelschorle oder eine Banane sind ausreichend, um zu vermeiden, dass die Glykogenspeicher nicht bereits zu Beginn des Sports ausgeschöpft sind und sich der Stoffwechsel nach der Verbrennung der Fette zu schnell auf den Abbau von Aminosäuren stürzt, um die benötigte Energie bereitstellen zu können. Als wichtige Bestandteile der Eiweiße dienen diese Aminosäuren eigentlich dazu, unter anderem die Muskulatur und das Immunsystem aufrecht zu erhalten. Werden sie jedoch zu stark abgebaut, so wären diese lebenswichtigen Faktoren geschwächt.
Beim Frühsport sollten dem Körper keine körperlichen Höchstleistungen abgefordert werden. Ein 30- bis maximal 60-minütiger Lauf sind optimal. Das Tempo dabei sollte mäßig sein, und Sie sollten auf eine möglichst entspannte Körperhaltung achten. Schließlich müssen Muskeln, Knochen und Geist auch die Gelegenheit bekommen, sich nach dem "Wachwerden" etwas langsamer auf einen bevorstehenden aktiven Tag einzustimmen.
HNO-Praxis
Dr. med. Stefan Hargus
Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Ärztehaus am Binnenwasser
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