HNO-Praxis
Dr. med. Stefan Hargus
Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Ärztehaus am Binnenwasser
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23730 Neustadt

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Pflanzenschutzmittelrückstände generell auf dem Rückzug

Die gute Nachricht vorweg: In Lebensmitteln finden sich immer weniger Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Das ergibt sich aus der "Nationalen Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände 2008", die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am 4. Januar 2010 veröffentlicht hat. Der aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V. berichtete, dass auch die Anzahl der Lebensmittel, die die zulässigen Höchstmengen überschritten haben, abnimmt. Bei den insgesamt knapp 17.000 Proben fanden die Untersuchungsbehörden bei 43,4 % keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln (Vorjahr: 38,6 %). Gleichzeitig nahm der Anteil der Proben ab, die Rückstände über dem gesetzlichen Höchstgehalt enthielten, von 4,5 auf 3,7 %. Nun könnte man im Umkehrschluss auf die Idee kommen, dass die Mehrheit der auf dem deutschen Markt befindlichen Lebensmittel belastet sind (100 % minus 43,4 % = mehr als die Hälfte). Dazu ist aber einerseits eine genauere Betrachtung der einzelnen Untersuchungsergebnisse erforderlich und andererseits werden die Proben risikoorientiert gezogen. Das heißt, dass die Produkte, die öfter negativ auffallen, auch öfter kontrolliert werden.

Die Ergebnisse sind also nicht für alle Lebensmittel übertragbar und schon gar nicht repräsentativ. Lebensmittel deutscher Herkunft sind generell geringer belastet als ausländische Produkte. So wurden in 1,9 % (Vorjahr: 2,7 %) der untersuchten Produkte, die in Deutschland produziert wurden, Höchstmengenüberschreitungen gemessen. Bei den Proben aus anderen EU-Staaten waren das 3,0 % (5,0 %), bei Proben aus Drittstaaten 9,1% (9,5 %). Teilweise dürfte laut BVL die höhere Quote an Überschreitungen bei ausländischen Lebensmitteln aus der unterschiedlichen Gesetzeslage in den Herkunftsstaaten resultieren.

Innerhalb der EU gilt seit dem 1. September 2008 mit der Harmonisierung der Höchstmengen nach der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 ein einheitlicher Sicherheits- und Qualitätsstandard. Allerdings wird seitens der exportierenden Staaten insgesamt immer noch viel zu wenig auf die Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen des Importlandes geachtet. Betrachtet man die einzelnen Lebensmittel, fallen die jährlich wiederkehrenden Verdächtigen ins Auge. Negative Ausreißer aus deutscher Anbau-Sicht waren hierbei die Tafeltrauben mit einer Beanstandungsquote von über 23 %. Dass Äpfel tatsächlich auch mal etwas weiter vom Stamm fallen können, zeigen die Untersuchungsergebnisse zum Beispiel von chilenischen Äpfeln. Satte 89,3 % der untersuchten Proben enthielten Pflanzenschutzmittelrückstände, wobei allerdings keine Höchstmengenüberschreitung nachzuweisen war. Dass es auch anders geht, zeigen die Daten von Bio-Äpfeln. Hier fanden sich bei 95,6 % überhaupt keine Rückstände. 88 % der gesamten Bio-Proben enthielten keine quantifizierbaren Rückstände, in 12 % traten Rückstände mit meistens sehr geringen Gehalten auf (im Spurenbereich bis 0,01 Milligramm je Kilogramm).
Nur 14 Proben (1 %) enthielten Rückstände mit Gehalten über den Höchstmengen, die für konventionell erzeugte Produkte gelten. Die sinkenden Rückstandsgehalte sind ein Zeichen, dass sich durch diese Transparenz die Wahlmöglichkeiten vor allem für den Handel erhöhen, der offenbar auf die Ergebnisse zu reagieren scheint. Für diese erfreuliche Entwicklung müssen aber die Kontrolldichte weiterhin hoch und die zuständigen Überwachungsbehörden weiter wachsam bleiben. Für Verbraucher gilt nach wie vor: Der beste Schutz vor eventueller gesundheitlicher Belastung ist schlicht und einfach, die Vielseitigkeit des angebotenen, saisonalen Sortiments zu nutzen. Dann klappt es auch mit der gesunden Ernährung. (Internetquelle: aid.de)